Bilder sind das Erste, was Besucher auf deiner Website wahrnehmen, noch vor dem Text. Sie zeigen, wie du arbeitest und ob du zu den Menschen passt, die dich suchen. Trotzdem werden sie oft nebenbei erledigt: ein Handyfoto hier, ein Stockbild dort. Dieser Beitrag hilft dir, für jede Bildart den passenden Weg zu wählen, und nennt die wichtigsten rechtlichen und technischen Punkte.
Kurzantwort: Nutze einen Fotografen für Gesichter und Porträts, wo Vertrauen zählt. Fotografiere Arbeitsschritte, Ergebnisse und Alltag selbst, wenn Licht und Ausschnitt stimmen. Setze Stockbilder nur für Hintergründe und abstrakte Themen ein, nie als „dein Team“. Beachte bei Personen das Recht am eigenen Bild, bei Stockfotos die Lizenz, und gib allen Bildern sprechende Dateinamen und Alt-Texte. Das ist keine Rechtsberatung.
Welche Bilder brauchst du überhaupt?
- Porträts von dir und dem Team
- Arbeitsfotos: Werkstatt, Baustelle, Praxis, Schreibtisch, Ergebnisse
- Orts- und Raumfotos: Laden, Büro, Fahrzeug, Einsatzgebiet
- Produkt- oder Leistungsfotos
- Atmosphäre und Hintergrund: Stimmung, abstrakte Themen
Die erste Liste hilft dir, nicht für jede Kategorie die teuerste Lösung zu wählen.
Option 1: Fotograf
Sinnvoll für: Porträts, Teambilder, Hauptbilder auf der Startseite, Über-uns-Seite.
Warum: Hier entsteht Vertrauen. Menschen kaufen von Menschen, und ein ehrliches, gutes Foto wirkt stärker als jeder Satz. Ein Fotograf liefert außerdem Licht, Ausschnitt und Bearbeitung konsistent.
Worauf du achten solltest:
- Frage nach Nutzungsrechten: Wofür darfst du die Bilder einsetzen (Website, Social Media, Print)? Wie lange?
- Plane eine Fotosession für mehrere Zwecke: Porträts, Arbeitsszenen, Details.
- Zeige dem Fotografen vorab Beispiele und deine Markenfarben.
Option 2: Selber fotografieren
Sinnvoll für: Arbeitsschritte, Ergebnisse, Baustellen, Werkstücke, Einblicke in den Alltag.
Moderne Smartphones reichen völlig. Entscheidend sind Licht, Ordnung und Ausschnitt:
- Fotografiere bei Tageslicht, am besten am Fenster oder draußen, nie mit direktem Blitz.
- Räume den Hintergrund auf. Ein ruhiger Hintergrund wirkt sofort professioneller.
- Halte das Handy gerade und fotografiere im Querformat, wenn das Bild auf einem Desktop-Header laufen soll.
- Mach viele Aufnahmen und wähle später nur die besten aus.
- Nutze einen einheitlichen Look: gleiche Helligkeit, gleiche Bearbeitung.
Echt wirkt besser als perfekt, solange es sauber ist.
Option 3: Stockfotos
Sinnvoll für: Abstrakte Themen, Texturen, Hintergründe, Illustrationen.
Weniger sinnvoll für: Alles, was nach „das bin ich“ oder „das ist mein Team“ aussieht. Besucher erkennen Stockmodelle meist, und das untergräbt Glaubwürdigkeit.
Worauf du achten solltest:
- Lies die Lizenzbedingungen des jeweiligen Anbieters: kommerzielle Nutzung, Namensnennung, Bearbeitung, Nutzung auf Social Media oder Werbung.
- Dokumentiere, woher ein Bild stammt, am besten mit Link und Datum.
- Bei Bildern mit erkennbaren Personen auf Einwilligungen (Model Release) des Anbieters achten.
Hinweis zu KI-generierten Bildern: Auch dort gelten Nutzungsbedingungen des Tools. Gib solche Bilder nicht als Foto echter Menschen oder deines Teams aus.
Rechtliche Grundlagen in kurz
Nach § 22 des Kunsturhebergesetzes (KUG) dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Ist die Person für das Fotografieren bezahlt worden, gilt die Einwilligung im Zweifel als erteilt. Für Mitarbeiter und Kunden auf Fotos heißt das in der Praxis: Hol dir die Zustimmung schriftlich ein, halte fest, wofür sie gilt, und kläre, was bei einem Widerruf passiert. Kommen Fotos von Kindern oder Dritten im Hintergrund vor, ist Vorsicht geboten. Bei Unsicherheit lohnt eine Rechtsberatung.
Bilder für Google und Ladezeit vorbereiten
Google gibt in seiner Dokumentation zu Bildern einfache Hinweise:
- Alt-Text: Beschreibe kurz und passend, was zu sehen ist. Google nutzt ihn zusammen mit dem Seiteninhalt, um das Bild zu verstehen. Stopfe keine Schlüsselwörter hinein.
- Dateinamen: Kurz und beschreibend, zum Beispiel malerarbeiten-fassade-hannover.jpg statt IMG00023.JPG.
- Formate: Google unterstützt unter anderem JPEG, PNG, WebP, SVG und AVIF. Die Dateiendung muss zum Format passen.
- Einbindung: Google indexiert Bilder aus normalen <img>-Elementen, nicht aus CSS-Hintergründen. Wichtige Bilder gehören also als echtes Bild auf die Seite.
Praktisch: Verkleinere Bilder vor dem Hochladen auf die benötigte Größe und komprimiere sie. Große Dateien machen deine Seite langsam. Mehr zu Tempo und Technik in Website-Ladezeit und SEO.
Entscheidungshilfe in 3 Fragen
- Zeigt das Bild einen Menschen, der du oder dein Team ist? Dann Fotograf oder selbst, nie Stock.
- Zeigt das Bild echte Arbeit? Dann selbst fotografieren.
- Soll es nur Stimmung oder ein abstraktes Thema tragen? Dann Stock oder Illustration, mit geprüfter Lizenz.
Häufige Fragen
Reichen Handyfotos für eine professionelle Website?
Für Arbeitsfotos und Details ja, wenn Licht, Ausschnitt und Hintergrund stimmen. Für Porträts lohnt sich meist ein Fotograf.
Darf ich Fotos von Kunden zeigen?
Nur mit deren Einwilligung. Das gilt für erkennbare Personen, aber auch für private Räume oder Eigentum, die sichtbar sind. Frage vorher und dokumentiere die Zustimmung.
Wie viele Bilder braucht eine Website?
So viele wie nötig, um Fragen zu beantworten, und so wenige wie möglich, um die Seite schnell und ruhig zu halten.
Quellen
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