Du googelst ein Stichwort, das genau zu deinem Angebot passt, und ganz oben steht dein Wettbewerber. In Google Maps hat er mehr Bewertungen. Und wenn du eine KI fragst, nennt sie seinen Namen, nicht deinen. Das fühlt sich ungerecht an, vor allem, wenn du weißt, dass deine Arbeit mindestens genauso gut ist. Die gute Nachricht: Du musst nicht raten, woran es liegt. Mit einer Stunde und einem Notizblatt findest du die Hauptgründe.
Kurzantwort: Analysiere deinen Wettbewerber in fünf Schritten: Suchergebnisse, Google-Maps-Profil, Website, KI-Antworten und danach deine eigenen Hebel. Entscheidend ist nicht, ihn zu kopieren, sondern zu verstehen, welche Signale ihn für Google und Kunden relevanter oder vertrauenswürdiger machen als dich. Am Ende hast du eine Liste mit drei Maßnahmen für die nächsten 30 Tage.
Bevor du startest: Was du vorbereitest
- Ein Inkognito-Fenster im Browser, damit deine bisherigen Suchen das Ergebnis weniger beeinflussen
- Eine einfache Tabelle mit den Spalten: Du, Wettbewerber 1, Wettbewerber 2
- Die fünf Suchbegriffe, die ein neuer Kunde wirklich eintippen würde, nicht dein Firmenname, sondern zum Beispiel „Malerbetrieb Hannover“ oder „Steuerberaterin Gründer Hannover“
- Ein Timer. Eine Stunde reicht, wenn du dich an die Zeitblöcke hältst.
Schritt 1 (10 Minuten): Wer erscheint wo?
Gib die fünf Begriffe in die Suche ein und notiere für dich und deine zwei stärksten Wettbewerber, auf welchem Platz sie auftauchen, ob als normales Ergebnis, im Kartenblock oder als Anzeige. Achte darauf, welche Seite deines Wettbewerbers erscheint: die Startseite oder eine eigene Leistungsseite? Das verrät viel über seine Struktur.
Schritt 2 (10 Minuten): Das Google-Profil im Vergleich
Google erklärt in seiner Hilfe, dass die lokale Platzierung vor allem von drei Faktoren abhängt: Relevanz (wie gut dein Profil zur Suche passt), Entfernung und Bekanntheit. Zur Bekanntheit zählen laut Google unter anderem, wie viele Websites auf ein Unternehmen verlinken sowie die Zahl der Bewertungen und die Bewertungsnote. Vergleiche deshalb:
- Haupt- und Nebenkategorien
- Vollständigkeit der Angaben: Leistungen, Öffnungszeiten, Einsatzgebiet
- Anzahl, Aktualität und Qualität der Bewertungen, und ob der Inhaber antwortet
- Fotos: echt, aktuell, sinnvoll?
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Lohnt sich das Google-Unternehmensprofil?
Schritt 3 (15 Minuten): Seine Website mit Kundenaugen lesen
Öffne die Startseite und eine Leistungsseite deines Wettbewerbers. Stelle dir dabei nur eine Frage: Verstehe ich in fünf Sekunden, was er anbietet, für wen und wo? Google empfiehlt in seinem SEO-Einstieg ausdrücklich, dass jede Seite einen eindeutigen, prägnanten Titel haben soll, der den Inhalt beschreibt, und dass Inhalte original, gut lesbar und für Leser geschrieben sein sollen. Prüfe also:
- Hat jede Leistung eine eigene Seite mit klarem Titel?
- Gibt es konkrete Informationen zu Ablauf, Einsatzgebiet und Ansprechpartner?
- Wie wirkt die Seite auf dem Smartphone?
- Wo steht die Handlungsaufforderung (Anrufen, Termin, Anfrage)?
- Gibt es Belege wie Zertifikate oder Bewertungen, ohne dass es nach Eigenlob klingt?
Mach dasselbe mit deiner eigenen Seite. Sei ehrlich. Oft liegt der Unterschied in der Klarheit, nicht im Design.
Schritt 4 (10 Minuten): Was sagen KI-Antworten?
Stelle ChatGPT, Gemini oder eine andere KI eine Frage wie ein Kunde: „Wer ist ein guter [Leistung] in [Stadt]?“ Notiere, welche Unternehmen genannt werden und mit welcher Begründung. Das ist keine Messung mit Garantie, denn die Antworten schwanken. Aber es zeigt, welche Informationen über dein Fachgebiet im Netz am klarsten zu finden sind. Wie du das strukturiert testest, steht in ChatGPT-Sichtbarkeit selbst testen.
Schritt 5 (15 Minuten): Deine drei Hebel
Schaue auf deine Tabelle und markiere die größten Lücken. Wähle nur drei, die du in 30 Tagen schaffst, zum Beispiel:
- Google-Profil vervollständigen und Kategorien prüfen
- Eine eigene Seite für deine wichtigste Leistung schreiben
- Zufriedene Kunden aktiv, aber freundlich um eine Bewertung bitten
Wenn du eine Website besitzt, hilft dir die kostenlose Google Search Console. Sie zeigt laut Google, wie oft deine Seite in der Suche erscheint, bei welchen Suchbegriffen und wie oft darauf geklickt wird. Bei deinem Wettbewerber siehst du diese Daten nicht, bei dir selbst aber sehr wohl, und sie sind der beste Ausgangspunkt, um zu verstehen, wo du schon stark bist.
Was du nicht tun solltest
- Texte oder Bilder deines Wettbewerbers kopieren. Das ist rechtlich heikel und hilft dir nicht, dich abzuheben.
- Dich nur auf ein Merkmal konzentrieren, zum Beispiel Bewertungen. Meist wirkt das Zusammenspiel.
- Nach einer Analyse alles auf einmal ändern. Drei Maßnahmen, sauber umgesetzt, schlagen zehn halb fertige.
Häufige Fragen
Brauche ich teure Tools für eine Wettbewerbsanalyse?
Nein. Für den Einstieg reichen Suche, Google Maps, die Website deines Wettbewerbers und kostenlose Auswertungen wie die Search Console für deine eigene Seite.
Wie oft sollte ich das wiederholen?
Zweimal im Jahr reicht für die meisten kleinen Unternehmen. Danach vergleichst du mit deiner alten Tabelle.
Ist es legitim, Wettbewerber zu beobachten?
Ja, öffentlich sichtbare Informationen anzuschauen ist üblich. Inhalte zu kopieren nicht.
Quellen
- Google Business Profile Hilfe: Lokales Ranking verbessern
- Google Search Central: SEO-Einsteigerleitfaden
- Google Search Console Hilfe: Was ist die Search Console?
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